Wie ein Blick auf die Webcam des Yachthafens in Grömitz erkennen lässt, sind dort die Arbeiten in vollem Gange.
Mit der Fertigstellung des Yachthafens wird Grömitz sicherlich die Attraktivität des Ortes für Schiffseigner oder Hobbyskipper mit ihren gemieten Seefahrzeugen steigern können. Schliesslich hat man mit Niendorf, Neustadt und vorallem Travemünde bereits im nahen Umfeld reichlich Konkurenz im Buhlen um um die vielen Skipper.

Herkunft des Bildes:
www.groemitz.de , über die Navigation zu den Webcams. Ein weiterer Link :
http://www.groemitz.de/wassersport/yachthafen/ beschreibt die Pläne von Grömitz und bietet über dort verlinkte PDF - Dateien anschauliches Material für alle Interessierten.
Es tut sich was in Grömitz.
Wenn ich mir eine persönliche Anmerkung dazu erlauben darf - für mich sind Entwicklungen wie diese hier in Grömitz eine Medaille mit 2 Seiten. Einerseits wird damit die Attraktivität des Urlaubslandes Deutschland, Schleswg-Holsteins, der Lübecker Bucht weiter aufgewertet, und im Werben um Touristen stärker positioniert.
Andererseits verlieren mit dem Einzug der Moderne die Seebäder ihren ureigenen Charme, dieses markante, aber doch liebevolle Gesicht früherer Tage. Sicher ist Grömitz da schon vielen kleineren Seebädern wie Dahme, Kellenhusen, Sierksdorf, Haffkrug längst weit voraus und mit anderen Zielen für den Ort auf dem Weg, denn Grömitz hat nicht erst in den letzten 4-5 Jahren sich derart entwickelt.
Aber, und da lauert eine Gefahr für die kleineren Orte, mit dem Umsetzen von moderner Touristik innerhalb der Lübecker Bucht gibt es, vielleicht ungewollt, einen Druck auf die "Kleinen".
Sicher, ein Dahme oder Kellenhusen haben nicht die Ambitionen wie man sie in Grömitz hegt, streben nicht nach dem Glamour Timmendorfs, aber, sie müssen sich anpassen. Sie sind gehalten zu investieren, um ihre Anziehungskraft bei den Touristen und Urlaubern nicht zu schmälern. Es geht dabei nicht nur um die Attraktivität des Ortes, seinem Angebot im Unterhaltungsbereich, sondern auch im Unterkünfte, Gastronomie, Versorgung mit den Artikeln des täglichen Bedarfs. Die heranwachsenden Generationen kommen mit teils größeren Erwartungen zum Urlauben, und diesem kann sich auch ein kleines Seebad nicht dauerhaft verschliessen.
Dies führt aber leider auch dazu, dass das urige mehr und mehr verschwindet, neuerem weichen muss. Der Lauf der Zeit, der Zwang zur Generierung von Einnahmequellen, bringt Bequemlichkeit auf Kosten der Ursprünglichkeit.
Wer heute im Urlaub an der Ostsee den Komfort nicht missen möchte darf sich nicht über den verloren gegangenen einstigen Charme dieser alten Seebäder mockieren. Das Eine geht nicht ohne das Andere, auch nicht in Schleswig Holsteins Seebädern.
Zum Glück kann jeder Reiselustige noch immer das für ihn passende Fleckchen Urlaubsort finden, hoffentlich bleibt dies auf Jahre so. Es ist den Urlaubern, aber auch den Einheimischen nur zu wünschen, allen wirtschaftlichen Zwängen und Notwendigkeiten zum Trotze.
Moin Moin
Ostseefreund