Hier noch eine Pressemitteilung vom WWF zum Thema. Die Pressemitteilung wurde 1:1 uebernommen von hier:
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=610081&search=wwfBremen (ots) - Presseinformation Bremen, 25.10.2004
WWF entsetzt über drei Havarien binnen drei Wochen WWF, die globale Umweltschutzorganisation, fordert die Ostsee- Anrainerstaaten dringend auf, angesichts der Havarie des norwegischen Öltankers „Bergitta“, der gestern Abend am Großen Belt mit 100.000 Tonnen Rohöl an Bord mit einem Containerschiff kollidierte, die Tagesordnung für ihr morgiges Treffen zu erweitern und schnellstmöglich umfassende Schutzmaßnahmen für die Ostsee zu verabschieden.
„Bei einer Leckage des Tankers „Bergitta“ wäre das Leben der dänischen Inselwelt in der Ostsee innerhalb weniger Tage auf Jahrzehnte zerstört worden“, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF- Projektbüros Ostsee, und ergänzt: „Der WWF fordert die Anrainerstaaten daher auf, bei ihrem morgen in Kopenhagen startenden Treffen des entsprechenden HELCOM Komitees eine Lotsenpflicht für die stark befahrenen Routen der Ostsee zu verabschieden.“
Für die Ostsee, die von den Anrainerstaaten im April diesen Jahres „im Prinzip“ als „Besonders Empfindliches Meeresgebiet“ (Particularly Sensitive Sea Area , PSSA), anerkannt wurde, ist seither ein umfassender Katalog an Schutzmaßnahmen möglich. Zentrale Maßnahmen des WWF-Forderungskataloges, die für alle Gewässer der Ostsee gelten sollten, sind ein Verkehrsmelde- und -Lenkungssystem wie in der Luftfahrt bereits üblich, ein gemeinsames Havariekommando im Falle von Schiffsunfällen und die unverzügliche Einrichtung von Notliegeplätzen, auf die havarierte Schiffe sofort nach einem Unfall verbracht werden können.
Für 10 besonders gefährdete Seegebiete schlägt der WWF maßgeschneiderte Einzelmaßnahmen vor. Unter ihnen sind das Kattegat, die dänischen Belte und der Öresund, die Kadetrinne, die Gewässer um Gotland, der Finnische Meerbusen und die Inselwelt um die Alandinseln. Vorgeschlagen werden Maßnahmen von Schutzvorkehrungen für die Fahrt unter Eisverhältnissen und Geschwindigkeitsbegrenzungen bis hin zur Ausweisung von Gebieten, die gar nicht mit bestimmten Frachten befahren werden dürfen.
Bei den besonders stark befahrenen Gebieten fordert der WWF Lotsenpflicht, Verkehrstrennungsgebiete sowie eine Pflichteskortierung besonders gefährlicher Schiffe durch Schlepper. Für Deutschland sind auf dem Hauptschifffahrtsweg durch die Ostsee der Fehmarnbelt und die Kadetrinne besonders betroffen, wegen der ökologischen Bedeutung zudem das Gebiet zwischen Rügen, Bornholm und dem polnischen Festland. Der Schiffsverkehr in der Ostsee hat sich von 1997 bis heute mehr als verdoppelt und wird sich innerhalb der nächsten Jahre noch verdreifachen. Gleichzeitig wurde jedoch sehr wenig getan, um den einzigartigen Lebensraum Ostsee vor Tankerunfällen besser zu schützen. Weitere Informationen: Jochen Lamp, Leiter Projektbüro Ostsee, WWF Deutschland, Fachbereich Meere und Küsten, Tel.: 0 38 31/28 07 01 Kirsten Andrä, Pressereferentin, WWF Deutschland, Fachbereich Meere und Küsten, Tel: 04 21 / 65 8 46-18 Fax -12
ots-Originaltext: WWF World Wide Fund For Nature