Windpark an der Ostsee

Im Ostseeferienland hat sich Deutschland zweitgrößter Windpark (Quelle) als touristische Attraktion entwickelt. Zwischen Lensahn und Cismar stehen fast 50 Anlagen. Das Schauspiel ist imposant und Urlauber in den Ostseebädern Dahme, Kellenhusen und Grömitz haben weder Sicht- noch Lärmbelästigung zu befürchten. Im übrigen ist die Windkraft die einzige nennenswerte Industrie im Ostseeferienland. Daraus resultiert die gute Luft und hohe Badewasserqualität der Ostsee.

Windpark Ostsee Rüting
Windpark Ostsee Rüting
Windpark Ostsee Rüting

Keine Belästigungen werden Touristen abschrecken. Das gilt dank der Proteste der Dahmer, Kellenhusener und Grömitzer Bürger in den 1990er Jahren auch für den geplanten Offshore-Windpark in der Ostsee. Touristen in den Ostseebädern haben keine Belästigungen zu fürchten, da der geplante Windpark Sky 2000 mit ca. 50 Anlagen à 2 MW etwa 19 km vor Dahme in der Ostsee stehen wird. Ursprünglich war der Park etwa 5 km vor Dahmer Küste am Rand der ökologisch wertvollen Sandbank "Sagasbank" geplant. Angesichts der imposanten Spannweite von gut 100 m wäre eine Störung des Strandlebens denkbar gewesen. Jetzt wird der Winpark, so er denn gebaut wird, eher ein weiteres Ausflugsziel für Touristen an der Ostsee darstellen.

Windkraft wird oft als das "Allheilmittel" der Energiepolitik beschrieben. Leider ist sie es nicht. Windkraftanlagen haben einige Nachteile. Ein Hauptproblem ist wohl, dass die Anlagen nicht konstant produzieren können sondern die Auslastung vom Wind abhängt, der weder zu stark noch zu schwach sein darf. Bei zu schwachem Wind erklärt sich die Frage von selbst, bei zu starkem Wind drohen die Anlagen zu beschädigen und drehen sich selbständig aus dem Wind und schalten sich ab. Dies war im Frühjahr 2003 innerhalb weniger Minuten aufgrund eines Orkans bei allem 2300 Windkraftanlagen im nördlichsten Bundesland der Fall. Es fehlten auf einen Schlag 3300 Megawatt Strom. Für solche Situationen müssen konventionelle Ersatzkapazitäten bereitgehalten werden, damit die Stromversorgung nicht zusammenbricht. Das führt dazu, dass Kohlekraftwerke permanent gedrosselt laufen müssen und im Falle eines Ausfalls der Windkraft auf volle Leistung hochgefahren werden. Problematisch daran ist, dass die Kraftwerke während der gedrosselten Fahrt mehr Brennstoff pro Kilowattstunde verbrauchen und damit mehr Kohlendioxid produzieren als mit voller Leistung. Je mehr Windkraft genutzt wird, desto mehr konventionelle Kraftwerke sind notwendig. (Vgl: Küffner, Georg; Völlig durchgedreht; FAZ; 28.08.2003)

Abgesehen von der Lärmbelästigung der direkten Anwohner eines Windparks sind Störungen der Natur wenig untersucht. Dies liegt in der Natur der Dinge, da es sich bei der Windkraft um eine neue Industrie handelt und Auswirkungen meist erst langfristig wirken. Stören Vögel die Veränderungen der Luftströmung, stören Vögel die Geräusche, werden Vögel gar von den Windrädern erschlagen? Gerüchten zufolge sei jemand konkret mit der Aufgabe betraut, nach starkem Wind tote Vögel im Windpark Rüting "einzusammeln". Wie wirken sich Offshore-Windparks auf die Strömung der Ostsee aus? Es ist zu befürchten, dass in einem Ort Strände abgespült werden, die den Strand an anderen Orten verbreitern. Dieses Phänomen wurde schon durch vergleichsweise geringe Eingriffe wie Seebrücken oder Yachthäfen beobachtet.

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten darf man alternative Energien nicht unbedingt betrachten. Das Verursacherprinzip bei konventioneller Stromproduktion ist dafür nicht weit genug gediehen. Trotzdem ist anzumerken, dass jeder der rund 45.000 Arbeitsplätze (Quelle FTD) der Windindustrie mit etwa 35.000 EURO pro Jahr subventioniert wird. Das kann es nicht sein, wenn man bedenkt, dass diese neue Industrie es damit fast der den Strukturwandel seit Jahren bremsenden Kohlesubventionierung gleichtut, wo den Staat ein Arbeitsplatz pro Jahr etwa 50.000 EURO kostet. (Vgl: Küffner, Georg; Völlig durchgedreht; FAZ; 28.08.2003)

Keine Frage, es müssen Alternativen zu den konventionellen Kraftwerken gefunden werden, aber Windkraft wird nicht die Lösung sein. Es muss bei der Plaung von Windparks an und in der Ostsee vernetzt gedacht werden. Hierzu empfehle ich das Buch "Die Kunst vernetzt zu denken" von Frederic Vester. Vester untersucht anhand biokybernetischer Zusammenhänge die Auswirkungen von Fehlentscheidungen und denkt dabei sehr anschaulich um mehrere Ecken.

Weitere Informationen zu Pro und Kontra von Windkraft finden Sie hier.

Windkraft und Fledermäuse

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