Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark

Zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland liegt der sogenannte Fehmarnbelt. Dieser ist knapp 20 km breit. Seit den 1960er Jahren verbindet eine Fährlinie (Vogelfluglinie) rund um die Uhr die Häfen Puttgarden und Rödby.

Geplant und vor allem von skandinavischer Seite forciert ist eine feste Querung, nach letztem Stand soll es ein Tunnel mit Straße und Bahnstrecke werden. Für den Bau des Tunnels wird in den Ostseeboden eine Rinne gebaggert und dann Betonfertigteile eingegraben. Bei der Bauzeit wird von 5 bis 10 Jahren ausgegangen. Die geplante Kosten von +7 Millarden Euro (nicht selten bei öffentlichen Projekten ein vielfaches von der geplanten Summe …) sollen sich in etwa 35 Jahren über die Mauteinnahmen amortisieren. Da kommt es natürlich auf die Nutzerzahlen an. Also kann die Amortisationszeit realistisch zwischen 30 und 60 Jahren liegen. Den Tunnel möchte der dänische Staat auf seine Kosten bauen und betreiben. Von den Kosten für die Hinterlandanbindung (Autobahn ab Heiligenhafen, Bahnstrecke ab Lübeck, Ersatz der Fehmarnsundbrücke) wird in diesem Zusammenhang nicht gesprochen.

Wie bei allen großen Bauprojekten gibt es hier Gegner und Befürworter. Argumente gibt es sowohl auf der Seite der Freunde als auch der Kritiker der festen Fehmarnbeltquerung.

Risiken sind größer als der Nutzen!

Auf der Grafik ist deutlich zu sehen, wie eng die Verbindung der Ostsee zur Nordsee und den Weltmeeren ist. Entsprechend empfindlich ist auch der Waaseraustausch. Da ein Absenktunnel geplant ist, können Auswirkungen für die Strömung nicht ausgeschlossen werden.

Wir sehen an den vergleichsweise kleinen Seebrücken der Ostseebäder, wie schlecht der Einfluss einer Seebrücke auf Strömung und Sedimentablagerungen ist. In Kellenhusen ist vor ein paar Jahren eine neue, sehr schöne Seebrücke gebaut worden. Südlich der Brücke ist ein großer Flachwasserbereich (sog. Sedimentablagerung) entstanden. Ein Ingenieur, der solche Brücken schon gebaut hat, sagte mir neulich, dass man solche Effekte nicht gut vorhersagen oder berechnen könne. Da frage ich mich, welche Überraschungen bei der Planung des Fehmarnbelttunnels auftauchen können. Der Wasseraustausch mit der Nordsee findet laut Deutschlandfunk zu 70% über den Fehmarnbelt statt und dauert 30 bis 40 Jahre. Entsprechend groß sind die Risiken eines Bauwerks für die gesamte Ökologie der Ostsee.

Die Ostsee ist von der International Maritime Organization (IMO) klassifiziert als besonders empfindliches Meeresgebiet.

Beim Vergleich von Risiken und Nutzen der festen Fehmarnbeltquerung komme ich zu dem Ergebnis, dass das Bauwerk abzulehnen ist. Sicherlich gibt es auch ein paar Argumente für den Bau. Das große Risiko ist für mich aber Grund genug, das Projekt abzulehnen.

Noch ist es nicht zu spät, den riskanten Megabau zu verhindern. Wenn Sie dabei helfen möchten, unterstützen Sie beltretter.de

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