Ganghäuser

Eine der Besonderheiten der Lübecker Altstadt sind die Ganghäuser. Aus Platznot innerhalb der Stadtmauern sind im Mittelalter die Hinterhöfe bebaut worden. Nur innerhalb der Stadtmauern konnte man damals sicher wohnen. Als Zuwegung zu den Ganghäusern sind Gänge unter die Vorderhäuser gebaut worden. Viele der Gänge sind nach den dort lebenden Berufsgruppen benannt worden. So gibt es den Nagelschmiedsgang, Garbereitergang (Garbereiter = Koch), Bäcker- oder Brandweinbrennergang. Ganghäuser gibt es auch in anderen Städten, Lübeck hat aber mit über 90 Ganghäusern die meisten dieser Bauart zu bieten.

Im Mittelalter waren die Ganghäuser Behausungen für arme Leute. Heute ist das Leben im Gang eine bevorzugte Wohnform. Die Gänge gehören zum Weltkulturerbe der Hansestadt Lübeck und können frei auch ohne Stadtführer betreten werden. Hier ist immer unbedingt daran zu denken, dass die Häuser bewohnt sind und die Bewohner mitunter etwas strapaziert von der teilweise vorherrschenden Rücksichtslosigkeit der vielen Menschen, die jedes Jahr die Ganghäuser besichtigen.

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