Johannes Stricker

Das Geburtsdatum von Johannes Stricker steht nicht genau fest, dürfte aber um 1540 liegen. Stricker schreibt sich am 12. April 1560 als „Johannes Stricerus Grobensis Holsatus“ an der theologischen Universität in Wittenberg ein, um nach einem dreisemestrige Studium der Theologie diese am 08. Okt. 1561 zu verlassen. Benedikt von Ahlefeldt, zu der Zeit Amtmann von Cismar, setzt ihn dort als Hauskaplan ein. Hier veröffentlicht er sein erstes niederdeutsches Stück „Geistliche Comoedie vom erbärmlichen Falle Adams und Evae“, das 1570 in Lübeck gedruckt wurde. In dem Werk tritt er als Mahner gegen die allgemeine Verweltlichung seiner Zeit auf und in der Person des „Kain“ speziell gegen das Treiben des Adels. 1572 löst er seinen jüngeren Bruder Jeremias in Grube ab, zieht in das neu für Jeremias erbaute Pastorat (1569) ein und zeichnet als Zusatz unter seiner Unterschrift „Pastor in Grube und Cismar“. 1584 veröffentlichte er dann sein niederdeutsch geschriebenes Werk „De Düdesche Schlömer … Dat ys/Ein Geistlick Spil … “ in HL im Balhorn Verlag. Die Veröffentlichung zieht ihn den Zorn des Holsteinischen Adels, hier besonders des Cismarer Amtmanns Detlef von Rantzau. Der Überlieferung nach wurde auf einem Spaziergang sein Hund erschossen und noch im selben Jahr ging er mit dem „Stab in der Hand“ an das Burgkloster in Lübeck, wo er weit unter seiner bisherigen Position Anstellung fand. Er starb am 23. Januar 1599 in Lübeck.

Quelle der Informationen: Hans-Uwe Hartert, Grube

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