Fahrrad Servicestationen an der Ostsee

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Die Förderung des Fahrradtourismus wird ganz groß geschrieben bei den Destination-Management-Organisationen (DMO) hier an der Ostsee.

Zwischen Heiligenhafen und Grömitz an der schleswig-holsteinischen Ostsee wurden im Jahr 2019 um die 20 Fahrradservicestationen installiert. Jede Station hat eine Luftpumpe und verschiedene Werkzeuge. Teilweise steht neben diesen Fahrradservicestationen ein Schlauchautomat. So ist man gut versorgt, wenn man ohne Werkzeug unterwegs ist, eine Panne hat, sich gerade in der Nähe einer Fahrradservicestation befindet und diese entdeckt. Teilweise stehen neben den Fahrradservicestationen auch kleine Schränke mit Schließfächern, in denen sich Steckdosen befinden. Hier kann man als Mofafahrer wohl seine Akkus aufladen oder die Kids können ihre Ghettoblaster anschließen oder Smartphones laden oder was man mit kostenlosem Strom sonst noch so anfangen kann.

Ausstattung der Fahrrad Servicestationen

•Kreuzschlitzschraubendreher
•Schlitzschraubendreher
•TORX T9 | T10 | T15 | T20 | T25 | T27 | T30 | T40 Schraubendreher
•verstellbarer Einmaulschlüssel
•Doppelmaulschlüssel 8 x 10 mm
•Doppelmaulschlüssel 13 x 15 mm
•Innensechskant-Set 2 – 8 mm
•Reifenheber
•Luftpumpe inkl. Stahlschlauch und Pumpenkolbe aus Edelstahl mit Adapter für alle Ventile

LTO Ostseespitze und Ostseeferienland

Über die Aktivregion Wagrien-Fehmarn haben die LTO Ostseespitze und Ostseeferienland im einem (grenzüberschreitenden!) gemeinsamem Projekt dafür um die 125.000 EURO netto investiert. Das Geld wurde somit von Steuerzahler:innen gut angelegt.

Ziel des Projekts war laut Aktivregion „[…] die Errichtung von Servicestationen außerhalb der Orte […]“, wobei diese „[…] an für Radtouristen relevanten Punkten innerhalb des Gemeinde- bzw. Stadtgebiets […]“ installiert werden sollen. Wo jetzt genau? Innerhalb des Gemeindegebiets oder außerhalb der Orte? Wenn man sich die tatsächlichen Standorte ansieht, konnte sich die jeweilige Gemeinde die Plätze offenbar aussuchen.

Ich habe die zehn Stationen im Ostseeferienland (Dahme, Grömitz, Grube, Kellenhusen, Lensahn) mal schnell in eine Karte eingetragen (siehe oben). Für das Ostseeferienland gibt es eine Broschüre, die die Standorte enthält. Diese ist auch auf den Webseiten ostseeferienland.de zu finden. Und wenn man da genau hinsieht und Google-Maps akzeptiert, bekommt man die Standorte auch auf einer Karte angezeigt. Heiligenhafen, Oldenburg und Großenbrode verschweigen selbst dem engagierten Suchenden die Standorte ihrer Dinger. Vielleicht finde ich auch noch die Adressen der zehn Servicestationen im nördlichen Wagrien. Die werden dann nachgetragen.

Solche Karten bzw. die Datei mit den Koordinaten der Punkte lassen sich ganz schnell und komfortabel mit dem Tool umap von Openstreetmaps bauen. Das bringt Spaß, es lassen sich auch unterschiedliche Ebenen anlegen. Das werde ich bei Gelegenheit mal vertiefen. Wer die Punkte für eigene Zwecke nutzen möchte, kann sich die .kml hier herunterladen. Wer die Punkte auf sein Navi importiert, dem kann nichts passieren bei seiner Radtour durch das Ostseeferienland.

Noch eine Bitte an alle, die bis hier gelesen haben: wer jemanden kennt, der 20 Fahrradservicestationen für 125.000 EURO kaufen möchte, möge sich bitte bei mir melden. Wenn man nicht die ganz billigen nimmt, bleibt in der Kalkulation für den Bau der Fundamente und die Installation um die 80.000 EURO. Ich glaube, das ließe sich realisieren. Und der eine oder andere Schrank mit etwas Elektrik drin ist da auch noch mit bei. 😉 Wartungsvertrag geht natürlich extra, daran ist ja offensichtlich beim Projektantrag auch nicht gedacht worden. Vor allem wegen des letzten Aspekts bleibt mir als Fazit der Betrachtung der Fahrrad Servicestationen im Ostseeferienland: Leute, vergesst nicht, Werkzeug einzupacken, wenn Ihr mit dem Fahrrad im Ostseeferienland unterwegs seid. Gewicht lässt sich allerdings auf einer Radtour an der Ostsee sparen, wenn man den Ständer zu Hause lässt. Es mangelt hier nicht an Fahrradständern. Solche in Beton eingelassenen Metallbügel stehen hier neuerdings überall herum. Dieses weitere Vorzeigeprojekt der öffentlichen Hand findet sich leider nicht in der Projektübersicht der Aktivregion. Das wurde wohl anders finanziert.

Und wer jetzt sagt, dass ich zu viel zu meckern habe. Das sehe ich anders. Ich stehe zu meiner festen Ansicht, dass deutlich weniger Staatsquote auch im Tourismus wahrscheinlich niemandem auffiele. Ich stehe mit dieser Ansicht im Bezug auf Fahrradinfrastruktur vermutlich in Konkurrenz zu solchen Betrachtern der Situation. Immerhin macht er sich Gedanken und darauf aufmerksam, dass die meisten Fahrradständer unbrauchbar als Fahrradständer sind.